Die Macht der Mächtigen, der Zins und der Lohn

Wenn man dieser Tage mit progressiven älteren Philosophen und Politikern diskutiert – von denen gibt es tatsächlich einige –, wird man immer wieder mit einer schwer zu widerlegenden und zutiefst pessimistischen Sicht der Welt konfrontiert. Sie sagen, Aufklärung ist im Grunde sinnlos, weil man gegen die Macht des Geldes, die zudem Tag für Tag größer wird, sowieso nicht ankommt. Alles können die Mächtigen kaufen, um ihre Interessen durchzusetzen: Die Politik traut sich nicht, ihnen entgegenzutreten, die Medien besitzen sie ohnehin schon, und die Öffentlichkeit ist, wie an den Wahlbeteiligungen zu sehen, abgestumpft und lässt sich nicht mehr in einer Weise mobilisieren, die ein Gegengewicht schaffen würde.

Wie gesagt, das ist schwer zu widerlegen, weil man Tag für Tag Beispiele dafür finden kann, die genau diese Sicht bestätigen. Und dennoch gibt es global und andauernd Phänomene, die diesem Pessimismus diametral entgegenstehen und die es zu verfolgen gilt, weil sie ein Zeichen dafür sind, dass noch lange nicht alles verloren ist.

Was ist das mit Abstand stärkste Instrument, das die Geldmächtigen haben, um immer noch mächtiger zu werden? Einfache Antwort: Der Zins. Wer zehn Millionen hat, bekommt bei einem Zins von zehn Prozent jedes Jahr eine Million dazu, [...]

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