Müllers Memo – Realsatire zur Deflation bei Spiegel-Online

Einige Leser haben uns auf ein neues Stück aus der Reihe „Müllers Memo“ bei Spiegel-Online hingewiesen, in dem Henrik Müller sich mit der Deflationsgefahr auseinandersetzt. Nun entziehen sich aber manche Texte – und dieser gehört ohne Zweifel in diese Klasse – einer ernsthaften Auseinandersetzung, weil sie einfach zu konfus sind. Wie bei einem hoffnungslos ineinander verschlungenen Seil kann man das ganze Knäuel von Fehlschlüssen und unsinnigen Annahmen nicht entwirren, ohne selbst verrückt zu werden.

Solch gordische Knoten muss man mit Gewalt durchtrennen, und das ist in diesem Fall ganz einfach. Müller schreibt in Anlehnung an ein Papier der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) (Kapitel V des Jahresberichts der BIZ 2014): „Nicht jede Episode fallender Preise ist schlecht. Schließlich ist es erst mal eine gute Sache, wenn Güter billiger werden. Die Kaufkraft steigt, die Bürger können sich bei gleichem Einkommen mehr leisten.“ Und ein wenig später: „Wenn aber beispielsweise die Preise für Industriegüter fallen, die Löhne jedoch konstant bleiben, wird Arbeit immer teurer. Sofern Unternehmen dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit einbüßen, führt Deflation dann zu steigender Arbeitslosigkeit.“

Die BIZ hat in der Tat auf eine historische Phase fallender Preise verwiesen, bei der Ende des 19. [...]

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