Rhetorik und Ökonomie (3)

Gastbeitrag von Joachim Grzega

Wie präsentiert man empirisch nachweisbares und der Logik verpflichtetes ökonomisches Wissen, damit es ein breites Publikum erreicht? Dies interessiert mich als Sprachwissenschaftler und Leiter des Europäischen Hauses Pappenheim. In früheren Beiträgen habe ich bereits zwei Möglichkeiten genauer ausgeführt. Hier soll es nochmal um eine Variante gehen, die ich in meinem ersten Beitrag nur kurz erwähnt habe: Man versucht einen Ausdruck neu zu besetzen, etwa durch Kombination mit neuen Wörtern.

Diese Technik bedarf allerdings ausreichend vieler Sprachrohre. Hier sind noch einmal die Vorschläge für die Umbewertung von Inflation, die ich in meinem ersten Beitrag schon gemacht habe: gute/kluge/vernünftige/nützliche/wertvolle/wohlige/gesunde Inflation[shöhe]. Die Kombination mit gesund passt gut ins Bild des Staates als einem Menschen bzw. einem Körper, dem es gesundheitlich gut gehen soll – ein Bild, das ich im letzten Beitrag beleuchtet habe.

Hier sind noch weitere Vorschläge von Wortkombinationen, die ein Umdenken gängiger Vorstellungen von Inflation als etwas Bösem in Gang setzen könnten.

(a) nicht gemeisterte Inflation[shöhe] (was gut zum schon früher vorgestellten Bild der Volkswirtschaft als Wettkampf passt);

(b) fruchtbare Inflation[shöhe] und anderes gleich als furchtbare Inflation[shöhe] bezeichnen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden