Sachsen hat gewählt, aber hatte es eine Wahl?

Sachsen ist wie Deutschland, Sachsen geht es gut! Sachsen hat keine Schulden, die Arbeitslosigkeit ist niedriger als in den meisten Ländern Ostdeutschlands, und die CDU macht keine großen Fehler, weil sie fast nichts macht.

Sachsen hat zwar auch kein Wachstum und holt gegenüber dem Westen nicht auf, sondern fällt eher zurück. Auch sind viele Sachsen abgewandert, so dass man nicht weiß, was die aktuelle Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent bedeutet. Aber wer will schon solche unangenehmen Themen aufgreifen, wo es doch so gut geht.

In einem solchen Umfeld, sollte man zumindest meinen, können radikale Parteien nicht punkten, weil es doch allen gut geht. Genau in diesem Umfeld aber holten am Sonntag zwei Parteien zusammen fast fünfzehn Prozent der gültigen Stimmen, die man als rechtsradikal, zumindest aber als rechtspopulistisch bezeichnen kann. Was ist da los?

Die AfD gewinnt aus dem Stand fast zehn Prozent, obwohl die deutschen Medien doch landein landauf erzählen, die Eurokrise sei gar kein Thema mehr und Einwanderung könne für Sachsen ja eigentlich kein Thema sein, weil die Ausländerquote relativ niedrig ist.

Klar, mitten in der größten Krise der Europäischen Union, die man sich denken kann, ist die Eurokrise auch bei den Landtagswahlen kein politisches Thema mehr, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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