Vollgeld – die Kritik der Kritik

Professor Joseph Huber, Inhaber des Lehrstuhles für Wirtschafts- und Umweltsoziologie an der Universität Halle und in Deutschland der profilierteste Vertreter des Vollgeldkonzeptes, hat auf unsere Kritik am Vollgeld geantwortet. Zu finden ist das hier.

Die Antwort ist aber, um es milde zu sagen, enttäuschend. Professor Huber bestätigt nämlich explizit, dass diese Lehre sich ohne Abstriche auf die sogenannte Quantitätstheorie beruft, die auch dem Monetarismus zugrunde lag. Zwar lehnt er die Gleichsetzung oder auch nur Nähe der Vollgeldidee mit dem Monetarismus ab, aber das hilft ja nicht weiter. Wenn ich ein Tier sehe, das aussieht wie ein Elefant, sich benimmt wie ein Elefant und Töne macht wie ein Elefant, dann nenne ich es Elefant, auch wenn das Tier es explizit ablehnt, Elefant genannt zu werden. Wir haben den Monetarismus ja hauptsächlich wegen der naiven Verwendung der „Quantitätstheorie“ kritisiert, folglich gilt die Kritik für jeden, der sie in gleich naiver Weise verwendet.

Professor Huber hat sicher nicht gelesen, was wir im zweiten Teil der Serie über die Quantitätstheorie geschrieben haben. Sonst hätte er diese „Theorie“ vermutlich nicht so vehement verteidigt. Er schreibt:

„Die Quantitätstheorie des Geldes ist eine der ältesten und bewährtesten ökonomischen Lehren überhaupt. [...]

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