Wie wir Zukunft und Wohlstand verspielen

Diesen Montag habe ich spontan die neue Ausgabe des Spiegel gekauft. „Der Bröckelstaat – Wie wir Zukunft und Wohlstand verspielen“ ist auf dem Titel zu lesen. Darunter sieht man eine Zeichnung mit einer nur noch scheinbar heilen Welt, die auf erkennbar wackligen Fundamenten steht und zu zerfallen beginnt.

Leitartikel

Dann geht es los mit der Lektüre. Der Leitartikel (S. 14) fordert „Denken Sie um, Frau Merkel!“. Die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank aus der Vorwoche wird als vermutlich unwirksamer „Akt der Verzweiflung“ bezeichnet, womit die Spiegel-Redakteure wohl Recht haben könnten. Dann werden die Regierungen in Rom und Paris beschimpft, die sich „weiterhin den notwendigen Reformen von Sozialsystem und Arbeitsmarkt (verweigern) und lieber nach jener Droge (rufen), die den Euroraum schon einmal an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat: Beide Länder wollen die gerade erst gehärteten Schuldenkriterien wieder aufweichen“.

Da möchte man gleich zurückrufen „Denken Sie um, liebe Spiegel-Redaktion!“, denn falsche Behauptungen werden durch jahrelange Wiederholung nicht richtiger. Die Eurokrise ist keine Staatsschuldenkrise und war nie eine. Wir haben das hier auf diesen Seiten schon oft gezeigt, und es gibt so viele Gründe und Belege, dass das nicht stimmt – man kann sie nicht schon wieder alle aufzählen. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden