Archiv flassbeck-economics | 08.10.2014 (editiert am 21.12.2016)

Bontrup-Erwiderung, die dritte: Kann Arbeitszeitverkürzung die Knappheit des Produktionsfaktors Arbeit erhöhen?

In unserer Kontroverse mit Heinz-Josef Bontrup zum Thema Arbeitszeitverkürzung (AZV) als Mittel zur Verringerung von Arbeitslosigkeit haben wir den Vorwurf erhoben, die Argumentation der Befürworter von Arbeitszeitverkürzung spiele den neoklassisch bzw. neoliberal argumentierenden Ökonomen in die Hände. Dies wollen wir heute sorgfältig begründen. Vorweg wollen wir betonen, dass es uns keinesfalls um einen persönlichen Angriff gegen Professor Bontrup geht oder darum, seine Verdienste in Sachen Konjunkturforschung oder gar sein Engagement (wie das vieler seiner Mitstreiter und anderer AZV-Befürworter) für eine Verbesserung der Situation der Arbeitslosen und Unterbeschäftigten klein zu reden. Unsere Lageanalysen decken sich ja in vielerlei Hinsicht. Es geht hier ausschließlich darum, eine tragfähige Position in Sachen Tarifpolitik zu entwickeln, die erfolgversprechend in Hinblick auf den Abbau von Arbeitslosigkeit ist, und alternative Vorschläge auf ihre Tragfähigkeit hin zu untersuchen.

Sowohl in dem Interview, das er dem Freitag gegeben hat, als auch in seiner folgenden Replik auf unsere Kommentierung betont Heinz-Josef Bontrup, dass es ihm um die Verknappung des Arbeitsangebots gehe:

»Jeder drittklassige Unternehmer weiß: Wenn er seine Produkte nicht mehr in den Markt bringt, dann muss er seine Produkte verknappen. Das gilt ebenso für die Ware Arbeitskraft. Die Gewerkschaftsspitzen sollten deshalb nicht länger dieses triviale ökonomische Gesetz ignorieren,

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