Archiv flassbeck-economics | 01.10.2014 (editiert am 21.12.2016)

Bontrup-Erwiderung, die zweite: Ist Arbeitzeitverkürzung beschäftigungsfördernd?

Wie angekündigt wollen wir die drei am meisten diskutierten Möglichkeiten untersuchen, wie die Lohnpolitik auf Produktivitätszuwächse reagieren soll, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Ziel der Untersuchung ist herauszufinden, ob eine, mehrere oder gar alle drei Varianten erfolgversprechend sind. Ausgangspunkt aller drei Szenarien sei ein Anstieg der Arbeitsproduktivität, also des realen Outputs pro Arbeitsstunde, um 2 Prozent. (Genau diesen werden wir am Ende der Untersuchung noch genauer unter die Lupe nehmen.)

Die eine Möglichkeit der Lohnpolitik, die Heinz-Josef Bontrup beschreibt (wenn auch nicht ausführlich, da er keine Unterscheidung zwischen realen und nominalen Größen trifft), wird meist mit dem Stichwort „Arbeitszeitverkürzung (AZV) bei vollem Lohnausgleich“ bezeichnet. Mit „vollem Lohnausgleich“ ist gemeint, dass das reale Arbeitseinkommen pro Monat (oder pro Woche) trotz AZV gleich bleibt, also durch die geringere Zahl der geleisteten Arbeitsstunden keine Einkommenseinbußen bei den Beschäftigten entstehen.

Die zusätzlich von Heinz-Josef Bontrup angeführte Tarifvertragsvereinbarung „mit vollem Personalausgleich“ wollen wir weiter unten gesondert behandeln, weil es uns zunächst um die direkte Wirkung der AZV (und der entsprechenden Lohnvereinbarung) auf die Beschäftigung geht. Dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer Verträge schließen können, in denen sich die Arbeitgeber verpflichten, mehr Beschäftigte (zu welchen Konditionen auch immer) anzustellen oder ein vorgegebenes Arbeitsvolumen auf mehr Beschäftigte zu verteilen, ist richtig. Aber wir wollen hier ja herausfinden, ob die AZV (bei vollem Lohnausgleich) selbst einen eigenständigen Anreiz für die Arbeitgeber liefert, mehr Arbeitskräfte zu beschäftigen. Ansonsten könnte man ja auch Tarifabschlüsse tätigen, in denen vereinbart wird, dass zum einen die Löhne gemäß der goldenen Lohnregel steigen und zum anderen soundso viele zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Das wäre dann auch kein Nachweis, dass Lohnabschlüsse gemäß der goldenen Lohnregel beschäftigungsfördernd wirken könnten, sondern man würde lediglich feststellen, dass die Beschäftigung steigt, wenn man das vertraglich beschlossen hat und sich die Vertragspartner an diese Abmachung halten.

Da wir uns bei der Diskussion für die genaue Wirkungsweise der Lohnpolitik im Ablauf des Wirtschaftsgeschehens interessieren, betrachten wir zugleich die Entwicklung der Preise. (Die ist schließlich gegenwärtig eines der zentralen Probleme in Europa – Stichwort Deflation. Ihr wird ja die Misere am Arbeitsmarkt mit angelastet. Daher darf sie bei der allgemeinen Untersuchung der Wirkung der Lohnpolitik auf die Beschäftigung nicht vergessen werden, auch wenn sie erst ganz am Ende unserer Untersuchung eine Rolle spielen wird.) Wir gehen davon aus, dass das Inflationsziel der Zentralbank von 2 Prozent in die Lohnpolitik miteinfließt. Dementsprechend bedeutet in dem gewählten Beispiel eine „AZV mit vollem Lohnausgleich“, dass die nominalen Stundenlöhne um 4 Prozent steigen (2 Prozent entsprechend dem Produktivitätszuwachs und 2 Prozent gemäß Zielinflationsrate) und die Arbeitszeit um 2 Prozent sinkt. Die realen Stundenlöhne steigen also genau wie die Produktivität um 2 Prozent, wenn sich die Preise so entwickeln, wie es der Zielinflationsrate entspricht.

Stundenlohnsteigerung und AZV zusammen führen dazu, dass die (bereits) Beschäftigten ein um nominal 2 Prozent höheres Monatsarbeitseinkommen haben, das aber bei 2 Prozent Preissteigerung real konstant bleibt. Die Beschäftigten haben also auf der Einkommensseite nichts verloren, auf der Freizeitseite aber hinzugewonnen, weil sie für das gleiche (reale) Einkommen kürzer arbeiten. Wie entwickelt sich unter diesen Bedingungen ihre Nachfrage nach Gütern? Sie werden mit ihrem real konstanten Monatseinkommen die gleiche reale Gütermenge nachfragen wie zuvor. (Von einer Änderung ihrer Sparquote sehen wir ab.)

Wie sieht die Situation für die Unternehmer aus? Der Anstieg der Produktivität ermöglicht, dass trotz verringerter Arbeitszeit der (bislang) Beschäftigten die gleiche Gütermenge produziert wird wie zuvor. Diese Gütermenge wird zu 2 Prozent höheren Preisen verkauft. Denn auf der Kostenseite sind die Lohnstückkosten (= Lohnkosten pro Stunde dividiert durch produzierte Stückzahl pro Stunde) um 2 Prozent gestiegen (4 Prozent Stundenlohnsteigerung abzüglich 2 Prozent Produktivitätssteigerung). Diese Kostensteigerung müssen die Unternehmer in den Preisen weitergeben, wenn ein einigermaßen starker Wettbewerb herrscht (wovon wir hier ausgehen). Der Umsatz eines Unternehmers ist unter diesen Umständen (gleiche nachgefragte Menge mal um 2 Prozent gestiegener Preis) um nominal 2 Prozent gestiegen, real ist er gleich geblieben.

Was bedeutet das für die Entwicklung der Gewinne? Normalerweise, d.h. unter Wettbewerbsbedingungen, wird ein Stückgewinn als prozentualer Zuschlag (sogenannter Mark-up) auf die Stückkosten aufgeschlagen, so dass sich der Stückpreis eines Gutes aus den Stückkosten und dem Zuschlag, eben dem Stückgewinn, zusammensetzt. Der Mark-up ist umso kleiner, je schärfer der Wettbewerb auf dem entsprechenden Gütermarkt ist. Steigen nun die Stückkosten wie oben angenommen um 2 Prozent, nimmt (bei gleichem Mark-up) der absolute Zuschlag entsprechend ebenfalls um 2 Prozent zu, so dass in den um 2 Prozent gestiegenen Preisen neben der Zunahme der Stückkosten auch ein Anstieg der Stückgewinne um 2 Prozent enthalten ist.

Mit anderen Worten: Bei Absatz der gleichen Gütermenge zu 2 Prozent höheren Preisen nimmt auch der Gesamtgewinn nominal um 2 Prozent zu. Bereinigt um die allgemeine Preissteigerungsrate bleibt der reale Gewinn somit konstant – genau wie die realen Arbeitseinkommen. (Was das für die Motivation von Investoren bedeutet und wie es unter diesen Umständen zu dem oben einfach von außen vorgegebenen Produktivitätsfortschritt kommen kann, ist eine zentrale Frage. Dazu aber erst später mehr.) Die Einkommensverteilung zwischen den beiden Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital ändert sich also nicht.

Wir fassen die Ergebnisse der bisherigen Überlegungen in der folgenden Tabelle zusammen:

Tabelle AZV

Ergebnis: Die AZV hat keine eigenständige positive Wirkung auf die Zahl der Beschäftigten. Der Unternehmer hat keinerlei Anreiz, von sich aus Ersatz für das per AZV weggefallene Arbeitsvolumen der bereits Beschäftigten zu besorgen, sprich: zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen. Er sieht sich nämlich keiner real gestiegenen Nachfrage gegenüber und er hat auch keine Steigerung seiner realen Gewinne zu verzeichnen, die ihn locken könnte, zu investieren (was immerhin in der Investitionsgüterindustrie zu Neueinstellungen führen könnte). Vielmehr ist die Auslastung seiner Kapazitäten bestenfalls konstant geblieben, vermutlich aber sogar gesunken, denn der Produktivitätszuwachs dürfte entgegen der ursprünglichen Annahme nicht vom Himmel gefallen sein. Geht man vom besten hier denkbaren Fall, also einer konstanten Kapazitätsauslastung aus, ist nicht mit Neueinstellungen zu rechnen, weil das vorhandene Personal die absetzbare Produktionsmenge trotz AZV (dank Produktivitätszuwachs) herstellen kann.

(Betrachtet man obendrein den möglicherweise realistischeren Fall einer gesunkenen Kapazitätsauslastung, könnte es sogar zu Entlassungen kommen. Denn wenn der Unternehmer zur Bewerkstelligung der Produktivitätssteigerung Investitionen getätigt hat, stellt er jetzt fest, dass sie sich nicht rentieren, weil sein Gewinn konstant geblieben ist. Um trotzdem eventuell aufgenommene Investitionskredite zu bedienen, könnte der Unternehmer auf die Idee kommen, über Personaleinsparungen seine Kosten zu senken. Doch dazu später mehr.)

Heinz-Josef Bontrup behauptet im Gegensatz zu unseren bisherigen Ausführungen, dass der Gewinn der Unternehmer real genau so steigt wie die Produktivität:

»Die Gewinne steigen immer bei vorliegender Verteilungsneutralität in Höhe der Produktivitätsrate.«

In unserem Beispiel bleibt wie gesagt die Verteilung gleich, weil die nominalen Arbeitseinkommen genauso stark steigen wie die nominalen Gewinne (nämlich um 2 Prozent) bzw. die realen Arbeitseinkommen genauso unverändert bleiben wie die realen Gewinne. Das muss so sein, da die bislang Beschäftigten den Produktivitätszuwachs vereinbarungsgemäß vollständig in Form von mehr Freizeit genießen. (Der Unternehmer hat möglicherweise auch mehr Freizeit.) Das Charakteristikum des „vollen Lohnausgleichs“ ist ja gerade, dass sich an den monatlichen Arbeitseinkommen der bislang Beschäftigten nichts ändert. Wie da die realen Gewinne steigen sollen und noch dazu Verteilungsneutralität vorliegen soll, bleibt ein Rätsel. Wir kommen gleich darauf zurück, wenn es um den „vollen Personalausgleich“ geht.

Bontrup fährt fort:

»Kommt es dabei nicht zu einem vollen Lohn- und Personalausgleich, dann nehmen die Gewinne sogar überproportional zu. Die Gewinnquote steigt und die Lohnquote sinkt.«

Das ist noch schwerer zu verstehen, weil das „dabei“ unklar bleibt. Bezieht es sich ganz allgemein auf die Frage, wie der Produktivitätszuwachs in den Tarifabschlüssen „verwendet“ wird, welcher Seite (den Arbeitgebern oder den Arbeitnehmern) er sozusagen mehr zugute kommen soll, dann könnte Bontrup möglicherweise Folgendes meinen: Die Arbeitskosten steigen bei Lohnabschlüssen, die die Arbeitnehmer nicht voll am Produktivitätszuwachs beteiligen, langsamer als die Umsätze und daher kommt es zu überproportional steigenden Gewinnen.

Doch auch diese Aussage (wenn Bontrups Satz denn so gemeint sein sollte) ist gesamtwirtschaftlich falsch. Die Umsätze sind nämlich keine gegebene Größe, von der die Unternehmer irgendwelche Kosten abziehen und den Rest dann als Gewinn kassieren können (das unterstellen allerdings auch alle neoklassisch orientierten Ökonomen). Sondern die Umsätze hängen in erster Linie von der Nachfrage ab. Die geht zu einem Großteil von den Beziehern der Arbeitseinkommen aus. Entwickeln sich die Arbeitseinkommen aber negativ (was mit „kein voller Lohn- und Personalausgleich“ gemeint sein dürfte), dann macht sich das bei den Umsätzen unweigerlich bemerkbar. Dann sinkt die Nachfrage der bislang Beschäftigten (eine konstante Sparquote vorausgesetzt).

Mag auch der Stückgewinn zunächst gestiegen sein, der Gewinn insgesamt ist es damit noch lange nicht. Zudem sorgt der Wettbewerb für Reaktionen der Preise auf die Lohnabschlüsse unterhalb von Produktivitätszuwachs und Zielinflationsrate. Das lässt anfängliche Zuwächse beim Stückgewinn rasch wieder verschwinden. Und spätestens dann sinken die Gewinne (was immer das für die Gewinnquote bedeuten mag). Bontrups Satz setzt also voraus, dass der Umsatz der Unternehmer nicht negativ auf den Rückgang der Nachfrage reagiert. Wie das zugehen soll, bleibt erneut ein Rätsel.

Doch wie dem auch sei, wir wollen uns nicht noch tiefer in diverse Interpretationsmöglichkeiten von Sätzen begeben, die wir entweder nicht verstehen oder die uns falsch erscheinen, sondern auf den „vollen Personalausgleich“ zu sprechen kommen, den Bontrup bei seinem Vorschlag einer AZV mit vollem Lohnausgleich gleichzeitig fordert. Er schreibt:

»Man muss nur in den Tarifverträgen das richtige hineinschreiben und durchsetzen: Nämlich Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn-und Personalausgleich.«

Man kann darüber diskutieren, wie sehr es noch einer Marktwirtschaft entspricht, wenn man neben Preisen (hier den nominalen Stundenlöhnen) auch noch die Mengen (hier das Arbeitsvolumen) festlegt, die auf dem betrachteten Markt gehandelt werden. Denn genau das tut man ja, wenn man nicht nur die Steigerung der nominalen Stundenlöhne vereinbart, sondern auch noch die Arbeitszeit der bereits Beschäftigten und die Zahl der neu einzustellenden Arbeitskräfte und deren Arbeitszeit. Normalerweise passen sich die Marktteilnehmer (die einzelnen Unternehmer und die Arbeitnehmer) mit ihren Mengen (dem Arbeitsvolumen) an die für jeden einzelnen exogenen Preise (die ausgehandelten Stundenlöhne nämlich) an. Aber uns liegt nichts an einer prinzipiellen Verteidigung irgendwelcher „Marktlösungen“, wenn denn ein Abbau der Arbeitslosigkeit zu erreichen wäre.

Zunächst zu den rechnerischen Veränderungen, die sich bei den betrachteten gesamtwirtschaftlichen Größen ergeben, wenn parallel zur AZV mit vollem Lohnausgleich ein voller Personalausgleich stattfindet, also so viele Arbeitskräfte zusätzlich eingestellt würden, wie es der AZV der bislang Beschäftigten entspricht. Dann nähmen Produktion und reale Nachfrage insgesamt in gleicher Höhe zu wie die gesamte reale Lohnsumme. Ebenso stiegen die realen Gewinne. Die Einkommensverteilung zwischen Arbeit und Kapital bliebe also gleich. Die Arbeitslosigkeit sänke. Das klingt gut.

Nur stellt sich die Frage, wieso sich die Unternehmer auf solche Tarifverträge einlassen sollten. Bontrup schreibt selbst:

»Wer ernsthaft die „Geißel der Menschheit“ (Oskar Negt), die Massenarbeitslosigkeit, bekämpfen will, muss die Arbeitszeit verkürzen. Nur mit Lohnerhöhungen zur Nachfragesteigerung, hierauf setzen bekanntermaßen Flassbeck und Spiecker, geht das nicht. Außerdem sind Lohnsteigerungen bei vorliegender Massenarbeitslosigkeit nicht durchsetzbar. Ursache des Lohnverfalls und prekärer Beschäftigungsverhältnisse ist die Arbeitslosigkeit.«

Das ist eine merkwürdige Sicht der Dinge, konnte man doch kurz zuvor lesen, man müsse nur in die Tarifverträge das Richtige hineinschreiben und durchsetzen. Wenn eine Lohnsteigerung gemäß der goldenen Lohnregel, wie wir sie fordern, dank Massenarbeitslosigkeit in den Augen Bontrups nicht durchsetzbar ist, wie sollte es dann die von ihm geforderte AZV bei vollem Lohn- und Personalausgleich sein? Denn in beiden Varianten wird von exakt der gleichen Stundenlohnerhöhung ausgegangen – und das ist letztlich die entscheidende Größe für die Unternehmer. Der Unterschied zwischen beiden Varianten besteht lediglich darin, dass Bontrup zusätzlich die Forderung für durchsetzbar hält, dass das Arbeitsvolumen insgesamt konstant gehalten und mittels AZV mehr Leute beschäftigt werden sollen zu den höheren Stundenlöhnen.

Das ist nicht zu bestreiten: Wenn man in Tarifverträgen vereinbart, dass die Unternehmer mehr Leute beschäftigen müssen, dann steigt die Beschäftigung. Und das muss auch nicht zum Nachteil der Unternehmer sein, weil ja die Nachfrage dank der Mehrbeschäftigung im Durchschnitt der Wirtschaft zunimmt.

Diese Art Tarifvereinbarung kann man aber auch ganz unabhängig davon treffen, ob die bereits vorhandene Belegschaft ihre Arbeitszeit verkürzt oder nicht. Man stelle sich vor, die bereits Beschäftigten setzten wie oben eine Steigerung des nominalen Stundenlohns von 4 Prozent durch, ließen aber ihre Arbeitszeit konstant. Dann verdienten sie nominal 4 Prozent mehr, real wären es 2 Prozent mehr. Ihre Nachfrage stiege real um 2 Prozent, genau wie die Produktion, der Umsatz und die Gewinne. Heraus käme also ein beschäftigungsneutrales Wachstum von 2 Prozent. Hätte man nun obendrein in den Tarifvertrag hineingeschrieben, dass die Unternehmer 2 Prozent mehr Beschäftigte (zu den gleichen Lohnkonditionen wie die bereits Beschäftigten) einstellen müssen, dann lieferten die Neueingestellten weitere 2 Prozent mehr reale Nachfrage. Die gesamte Wirtschaft wüchse um vier Prozent und die Arbeitslosigkeit sänke entsprechend. Denn endlich wäre es zu einem Wachstum oberhalb der Produktivitätsentwicklung gekommen.

Man könnte auch vereinbaren, dass 10 Prozent mehr Leute eingestellt werden, die dann die Lohnsumme in der Gesamtwirtschaft und damit die Nachfrage real um 10 Prozent erhöhen, so dass auch Gewinne und Wachstum um 10 Prozent zulegten – ganz unabhängig von der Frage, um wieviel Prozent die Produktivität zugenommen hat. Die Frage ist, warum das nicht geschieht. Die Antwort liegt im Ablauf der Wirtschaft selbst: Erst wenn sich die Nachfrageperspektive für einen Unternehmer aufhellt, denkt er über Neueinstellungen nach. Er kann sich aber nicht wie Münchhausen selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen und die Nachfrage schaffen, die er für Neueinstellungen benötigt, indem er Leute einstellt und ihnen dadurch Einkommen verschafft.

Der Ausweg aus diesem Teufelskreis liegt in der Nachfrage nach Investitionsgütern, also exakt dem, was den Produktivitätsfortschritt mit sich bringt. Dazu und zu der dritten Variante der Lohnpolitik, der Lohnmoderation, demnächst mehr.

Weitere Teile dieser Serie

Anmelden