Der unnötige Stress mit dem Stresstest

Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des von der EZB durchgeführten Stresstests für die europäischen Banken macht sich Ernüchterung breit. Keine neuen Erkenntnisse, Bankensystem insgesamt stabil, Kreditvergabe weiter schwach. So könnte man die mageren Ergebnisse zusammenfassen.

Kann man jetzt überrascht sein? Die FAZ bringt das auf den richtigen Punkt: „Das Ergebnis ist in etwa so ausgefallen, wie es zu erwarten war. Die EZB konnte angesichts der fragilen Verfassung vieler Banken nicht alle Institute den Test passieren lassen, ohne sich von Beginn an als Bankenaufseher selbst zu diskreditieren. Hätte sie andererseits zu viele Banken scheitern lassen, wäre möglicherweise große Unruhe unter den Kunden entstanden – mit eventuell drastischen Folgen. Solche Bankentests sind keine reine Übung in angewandter Mathematik. Sie besitzen auch eine politische Dimension und dies schmälert natürlich ihre Aussagekraft.“ Jens Berger hat in den Nachdenkseiten heute ebenfalls eine gute Analyse vorgelegt, der wenig hinzuzufügen ist.

Die ganze Bankenunion war von vorneherein nichts anderes als die Bekämpfung eines Symptoms der Krise, hatte aber mit den Ursachen und einer wirklichen Lösung nichts zu tun. Genauso verhält es sich mit dem Stresstest und seinen scheinbar beruhigenden Ergebnissen. Nach dessen Veröffentlichung hat die Krise der Europäischen Währungsunion exakt die gleiche Dimension wie vorher. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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