Deutsche Übergröße

Einer der bedeutendsten lebenden deutschsprachigen Schriftsteller, der Schweizer Adolf Muschg, hat unter der Überschrift: „Den Teufel tun. Über deutsche Größe“ in der NZZ den Machtzuwachs beschrieben, den Deutschland in den vergangenen Jahren erlebt hat. Muschg zeigt große Sympathie für die sachliche Art und Weise, in der Deutschland in Gestalt von Angela Merkel seine neue Machtfülle ausübt, und versucht all jene zu beruhigen, die glauben, Deutschland würde wegen der neuen Größe zurückfallen in die Großmachtphantasien vergangener Zeiten.

Wörtlich: „Im Grunde verwaltet sie (Angela Merkel) eher das politische Leben der Republik, als Politik zu machen; sie hält sich möglichst alle Wege offen, sorgt nur zuverlässig dafür, dass keiner an ihr vorbeiführt. In Deutschland ist man ihr dankbar, dass die Macht, die sie repräsentiert, nicht zum Fürchten ist, wenn man sich ordentlich benimmt. Bei Völkern, die andere Benimmvorstellungen haben, etwa, was Schuldenmachen betrifft, kommt sie damit weniger gut an. Umso souveräner nimmt sie hin, dass die deutsche Wirtschaft vom Leichtsinn der Südeuropäer ordentlich profitiert hat.“

Schön gesagt, aber leider total neben der Realität und deswegen auch gefährlich falsch. Zuzugeben ist, dass dies nur ein kurzer Abschnitt aus einem wesentlich längeren Text ist, aber das hier sichtbare Phänomen dürfen wir nicht ignorieren: Wenn man die Zusammenhänge (vor allem die ökonomischen), [...]

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