Die Gemeinschaftsdiagnose – Ein Dokument des Versagens auf allen Ebenen

Die neue Gemeinschaftsdiagnose (GD) einer Gruppe von Wirtschaftsforschungsinstituten, die vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde, ist die Zeit nicht wert, die man zu ihrer Lektüre benötigt. Es ist ein inhaltlich so dünnes Werk, dass sich die Auseinandersetzung damit kaum lohnt. Interessant ist nur, wie der Mainstream in seinen Prognosen und in seinen Prognoseirrtümern zeigt, dass er eigentlich nichts über das System weiß, über das er schreibt und andere Leute zu belehren versucht. Wer ideologische Scheuklappen trägt, kann die Welt nicht so sehen, wie sie ist.

Um das zu erkennen, reicht es aus, unsere eigenen Aussagen von vor eineinhalb Jahren zu zitieren. In unserem Kommentar zur Konjunkturdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute im April 2013 hieß es:

„Das Perpetuum Mobile, das man regelmäßig in solche Prognosen einbaut, sind die Investitionen im Verein mit dem Export. Da Papier geduldig ist, kann man seinem Vorurteil hinsichtlich der immer die Konjunktur rettenden Investitionen frönen, die Exporte steigen in Deutschland sowieso immer stärker als die Importe und schon ist der Aufschwung fertig. Dass die Masseneinkommen (also Löhne und Renten vor allem) selbst nach der Einschätzung der Institute auch 2014 real kaum zulegen, fällt da nicht ins Gewicht, denn die Gewinne erholen sich ja ordentlich (wegen der Export- und Investitionszunahme) und gleichen die Schwäche bei den Arbeitnehmereinkommen selbst für den Konsum aus. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden