Können Importüberschüsse aus Vermögen bezahlt werden?

Einer unserer Leser stellt folgende Frage zum Zusammenhang zwischen deutschen Exportüberschüssen und der entsprechenden Verschuldung der Importüberschussländer: Kann es sein, dass die Importländer ihre Importüberschüsse aus ihrem zuvor aus ihrer Wirtschaftstätigkeit erwirtschafteten Vermögen bezahlen und somit keine Schulden machen müssen?

Hier die Antwort: Grundsätzlich können Importüberschüsse eines Landes durch Kreditgewährung von Seiten des Auslands oder durch den Abbau vorhandenen Auslandsvermögens des Landes finanziert werden. Technisch gesprochen wird die Stromgröße „Leistungsbilanzsaldo“ durch eine Veränderung der Bestandsgröße „Auslandsvermögen“ (bzw. „Auslandsschulden“) finanziert. Ob dabei für das Importüberschussland insgesamt „Schulden“ herauskommen, ist eine Frage des Ausgangswertes: War ein Vermögenspolster da und war dies größer als der Importüberschuss, dann bleibt das Importüberschussland ein Gläubigerland gegenüber dem Rest der Welt. War kein oder nur ein zu geringes Vermögenspolster bzw. bereits ein Bestand an Schulden gegenüber dem Ausland vorhanden, dann wird bzw. bleibt das Importüberschussland ein Schuldnerland gegenüber dem Rest der Welt.

Doch was ist ‚Auslandsvermögen‘ eines Landes? Haben die Bürger eines Landes aus ihrer Wirtschaftstätigkeit „Vermögen erwirtschaftet“, also Ersparnisse angehäuft, dann stehen dem immer (!) Schulden gegenüber. Schuldner können (auch über den Umweg Bank) andere Bürger (z.B. mittels Konsumentenkrediten), der Staat (z.B. mittels Staatsanleihen) und der Unternehmenssektor (z.B. mittels Aktien) sein, [...]

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