Archiv | 20.10.2014

Mehr "Marktwirtschaft im Gesundheitswesen"?

In der FAZ vom 14.10.2014 war zu erfahren, dass „CDU und CSU das klare Bekenntnis zur privaten Krankenversicherung immer schwerer (fällt), je mehr sie sich von Prinzipien der Marktwirtschaft entfernen“. Über den Satz muss man zweimal nachdenken. Das verstehe ich so, dass die gesetzliche Krankenversicherung eine ineffiziente staatlich-sozialistische Zwangsveranstaltung ist.

Aber ist der Unterschied zwischen gut und böse so einfach? Natürlich nicht. Wer das immer noch denkt, sollte zunächst den altbekannten Glauben begraben, in der privaten Krankenversicherung würde per Kapitaldeckungsverfahren für das Alter „vorgesorgt“. Man spart jetzt, und später bezahlt man sozusagen von diesem Sparbuch die höheren Gesundheitskosten des Alters. Klingt gut, funktioniert aber nicht. Man kann den Arzt und die Pflegekraft, die man 2040 braucht, nicht heute sozusagen im Voraus bezahlen und per Ersparnis „einfrieren“, um sie später wieder aufzutauen und einzusetzen. Wir vertiefen das hier und heute nicht, aber diese Diskussion ist unter dem Stichwort Mackenroth-These bekannt.

Weniger bekannt, aber ebenso wichtig und damit eng verknüpft ist, dass der Wert von Ersparnissen im Kapitaldeckungsverfahren unter dem demografischen Wandel genauso leidet wie die Leistungsfähigkeit des Umlageverfahrens. Mehr alte Menschen und weniger Junge belasten das Umlageverfahren, aber diese Altersverschiebung verringert in gleicher Weise auch den Wert der Ersparnisse im Kapitaldeckungsverfahren. [...]

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