Archiv flassbeck-economics | 19.11.2014 (editiert am 25.05.2016)

Die Europäische Konjunktur im Herbst 2014: Kein Aufschwung weit und breit, aber Deflationsgefahr unverändert groß

Wie schlecht es um die wirtschaftliche Entwicklung in Wirklichkeit bestellt ist, kann man unter anderem daran ablesen, dass Ergebnisse gefeiert werden, die im statistischen Unschärfebereich liegen. Die Steigerung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal, die mit 0,1 Prozent (saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal) berechnet wurde, gehört dazu. Auch das BIP-Gesamtergebnis für die EWU im dritten Quartal mit 0,2 Prozent Anstieg gehört noch in diese Kategorie.

Schaut man in die halbwegs verlässlichen Zahlen der Industrie- und der Bauproduktion, sucht man erneut vergeblich nach einem Aufschwung in der EWU (vgl. Abbildung 1). Nichts zeigt das klarer als die nackte Zahl des Volumenindex, dessen durchschnittlicher Jahreswert 2010 auf 100 normiert ist: Fast genau bei dieser 100 bewegt sich die europäische Industrie auch heute noch, also vier Jahre später.

Abbildung 1

Abb1 Indprod EWU Kern

Aufgespalten nach den drei großen „Kernländern“ der EWU stellt sich die Lage so dar: Frankreichs Industrie stagniert seit fast zwei Jahren etwas unterhalb des Niveaus, auf das sie sich nach der großen Rezession bis Anfang 2011 wieder vorgearbeitet hatte. Die deutsche Industrie konnte das bis Mitte 2011 erreichte Level geschlagene drei Jahre lang mit Mühe halten. In Italien wurde das Absinken der Industrieproduktion von Anfang 2011 bis Anfang 2013 zunächst, [...]

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