Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und der Lokführerstreik

Der Streik der Lokführer ist erst mal vorbei, aber die Debatte um die Tarifeinheit geht weiter. Wir haben bereits mehrfach Stellung zu diesem Thema genommen und tun es nun noch einmal, weil man es offenbar nicht oft genug sagen kann: Das Prinzip des gleichen Lohns für gleiche Arbeit (auf Englisch hieß das in der ökonomischen Literatur lange Zeit das „law of one price“ oder Gesetz des einheitlichen Preises bzw. Lohnes) ist eine der wichtigsten Grundlagen einer Marktwirtschaft. Es besagt, dass Unternehmen bei funktionierendem Wettbewerb für alle Vorleistungen einschließlich Arbeit, die sie für ihre Produktion einkaufen, den gleichen Preis bezahlen müssen. Nur wenn dieses Prinzip gilt, wirkt der Wettbewerb in der Weise, wie wir das üblicherweise erwarten. Nur dann ist Wettbewerb der Unternehmen unter materiellen und demokratischen Gesichtspunkten förderlich. Nur dann fördert er den technischen Fortschritt und nicht die Ausbeutung der Arbeitnehmer.

Gegen dieses Prinzip wird seit vielen Jahren von Seiten der Arbeitgeber mit Unterstützung der Politik und des Mainstream der Wirtschaftswissenschaftler verstoßen (Stichwort Agenda 2010, aktivierender Sozialstaat, Lohnsubvention usw.): Schon längst wird gleiche Arbeit nicht mehr mit gleichem Lohn bezahlt, sondern über Leiharbeit, Zeitarbeit, Scheinselbständigkeit und ganz allgemein das Verlagern vorher interner Tätigkeiten eines Unternehmens an externe Anbieter (sogenanntes Outsourcing) immer niedriger entgolten (wir haben uns hier dazu bereits geäußert). [...]

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