Die Unternehmer und die schwarze Null – wie die Ideologie den Verstand vernebelt (Teil 1)

Trotz einer lahmenden Konjunktur und wachsender Kritik aus dem Ausland ist die Bundesregierung fest entschlossen, an der „schwarzen Null“, d.h. an dem Koalitionsziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts im Jahr 2015, festzuhalten. In der Union wird inzwischen sogar über die Einführung eines Milliarden-Sparpakets diskutiert, um die schwarze Null auch bei verschlechterten Wachstumsaussichten zu retten. (http://www.n-tv.de/politik/Union-denkt-ueber-Sparpaket-nach-article13783106.html)

Volle Unterstützung für ihren Kurs, künftig ohne neue Schulden auszukommen, erhält die Bundesregierung von Unternehmern und ihren Verbänden. So erklärte Martin Wansleben, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), erst kürzlich in einem Zeitungsinterview: „Es muss Schluss sein damit, dass wir seit fast fünf Jahrzehnten Schuldenmachen des Staates normal finden. Die schwarze Null ist ein Stoppschild, das die Politiker dringend brauchen.“ (http://www.dihk.de/themenfelder/standortpolitik/news?m=2014-10-13-wansleben-interview-noz) Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, meint: „Die schwarze Null ist ein Vorbild.“ (http://www.bild.de/politik/inland/talkshow/krisen-talk-bei-illner-38184638.bild.html). Und Michael Hüther, Leiter des arbeitgeberfinanzierten Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, glaubt, die schwarze Null sei eine gute Sache, „weil sie Versprechen wahr macht und Erwartungen einlöst. Sie zeigt, dass die Finanzpolitik nach der Krise wieder auf Tragfähigkeit setzt. Die Bundesregierung zeigt damit Verantwortung und Glaubwürdigkeit.“ (http://www.tagesschau.de/inland/haushalt-huether-102.html)

Das starre Festhalten an der schwarzen Null wird im Fall der Bundesregierung häufig damit erklärt, [...]

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