Leserbrief: Der ignorante Unsinn im normalen Wahnsinn

Unser Leser Munir Lohff, er schreibt unter http://www.a-puntes.net/, hat uns folgende Stellungnahme zu meinem gestrigen Artikel gesandt:

Lieber Heiner Flassbeck,

ja, wie Sie es in Ihrem Artikel (über den normalen Wahnsinn) beschreiben, es ist erschreckend, welches Ausmaß die Ignoranz hat, bis hin zu einer Ignoranz der Ignoranz. Ich habe solche Ignoranz in meinem intimsten Umfeld erlebt, und man kann daran verzweifeln.

Aus soziologischer Perspektive, d.h. gemäß der Konzeption des Menschen als eines sozialen Wesens, liegt der Knackpunkt und das schiefe Menschenbild mit all seinen schiefen Folgerungen und Folgen (salopp: vom Sozialen isolierte Konzeption und Analyse des Individuellen) elementar in dem spontan eingängigen und wiederkehrenden Satz:

‚dass man das Sozialprodukt erst erwirtschaften müsse, bevor man es verteilen kann‘.

Dieser halbwahre und buchstäblich ignorante Unsinn taucht unhinterfragt auch in ‚linken‘ Publikationen und Wortmeldungen auf. Das fundamentale Problem und wesentlich Schiefe dieses Fell-des-Bären-Gleichnisses ist und bleibt, dass niemand einen Bären alleine erlegt. Daher, und nicht lediglich als ein abgeleitetes ‚Plus‘ und eine zusätzliche ’soziale Wohltat‘, die man sich erst ‚leisten‘ können muss, gilt immer und unmittelbar die Umkehrung, nämlich, dass man das Sozialprodukt (sic!) immer erst verteilen muss, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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