Archiv flassbeck-economics | 11.11.2014 (editiert am 25.07.2016)

Vollgeldreform – Monetarismus in neuen Kleidern

„Klaus Karwat, der 1. Vorsitzende der Monetative e.V., kann nicht verstehen, dass Vollgeldreformern wie ihm und ihrem Spiritus Rector Professor Joseph Huber von „linken Kräften“ der Vorwurf gemacht wird, mit ihren Vorstellungen zu einer Reform unseres Geldsystems würden sie sich als „Anhänger des längst gescheiterten Monetarismus“ erweisen.

Sein Unverständnis rührt insbesondere daher, dass Vollgeldreformer auf der Basis der Funktionsweise unseres Geldsystems die Geldschöpfung durch Geschäftsbanken als dysfunktional ansehen und explizit dieses Privileg von Banken als ethisch nicht vertretbar kritisieren.

Darüber hinaus ist nach seiner Meinung das Label des „Monetarismus“ auch deshalb inadäquat, weil sie zwar wie die Monetaristen eine am Wirtschaftspotenzial orientierte Politik der Geldmengensteuerung befürworten, aber anders als etwa bei Milton Friedman diese Steuerung nicht durch „starre Regeln“, sondern durch eine „fortlaufend den empirisch festgestellten Bedürfnissen der gesamten Gesellschaft angepasste Geldmenge“ erfolgen soll.

Darüber hinaus sind Vollgeldreformer auch nicht auf die nach seiner Meinung „mit dem Begriff Monetarismus verknüpfte‚ ‚angebotsorientierte’ Finanz- und Wirtschaftspolitik“ festgelegt. Antikzyklische Maßnahmen seien auch in einem Vollgeldsystem möglich.

Die Veröffentlichungen und Verlautbarungen von Vollgeldreformern machen zunächst einmal unmissverständlich klar, dass Geld nur von einer Zentralbank emittiert werden darf, die keinen „Weisungen der Regierung und des Parlaments“ unterworfen ist. [...]

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