"Grexit" ohne Schrecken?

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs, glaubt nicht, dass Griechenland für den Euro systemrelevant sei. Ein Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion (EWU) berge keine Gefahr für die Eurozone. Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn meint, ein Griechenland-Exit („Grexit“) sei eine Alternative zu weiteren Schuldenschnitten. Über den Ausstieg müsse man mit dem Ziel einer Abwertung der griechischen Währung nachdenken. So könne Griechenland wieder wettbewerbsfähig werden. Und aus regierungsnahen Kreisen werden Signale versendet, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble hielten einen solchen Austritt für „verkraftbar“.

Diese Vorstellungen klingen einfacher, als sie sind, worauf auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hingewiesen hat. Von einer gemeinsamen Währung in eine andere Währung zu wechseln ist zwar grundsätzlich möglich. Die Trennung von Tschechischer und Slowakischer Republik zum 1. Januar 1993 beispielsweise bedeutete die Aufgabe der gemeinsamen Währung und die Schaffung zweier getrennter Währungen. Die Realität hat damals gezeigt, dass man diese Aufgabe meistern kann.

Ein solcher Währungsaustritt ist allerdings dann viel schwerer und mit unzähligen juristischen und praktischen Problemen behaftet, wenn – wie im Fall Griechenlands – die Einführung einer neuen Währung mit einer deutlichen und vermutlich schlagartigen Veränderung ihres Wertes gegenüber der bisher verwendeten (Euro) und den übrigen vorhandenen Währungen (US-Dollar, [...]

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