Konfusion von links bis rechts: Was soll Griechenland tun?

Vor der Wahl in Griechenland haben deutsche Ökonomen sehr unterschiedliche Ratschläge gegeben, wie Griechenland aus seiner ökonomischen und politischen Krise herausfinden könne. Auf zwei diametral entgegengesetzte Positionen will ich näher eingehen, weil sie zeigen, woran eine Lösung scheitert: am Mangel an Logik.

Hans-Werner Sinn macht sich für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone (einschließlich eines dann unabdingbaren Schuldenschnitts) stark mit dem Argument, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes sei nicht innerhalb des Eurosystems wiederherstellbar. Denn die interne Abwertung durch die Sparprogramme sei gescheitert. Gegenüber dem Handelsblatt gibt er als Beleg für die nach wie vor mangelnde Wettbewerbsfähigkeit an, die griechischen Löhne seien doppelt so hoch wie die polnischen. Griechenlands Wirtschaft wieder auf die Beine zu stellen erfordere daher eine eigene Währung, die stark abwerten müsse.

Rudolf Hickel hingegen warnt vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Er plädiert zwar genau wie Hans-Werner Sinn für einen Schuldenschnitt und sieht ebenfalls, dass das Land seine internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken muss. Nur schlägt er dafür einen zu Sinns Vorschlag konträren Weg vor: „massiver Schuldenschnitt sowie Finanzhilfen zum Aufbau der Wirtschaft“. Er hat bei seiner Warnung nicht nur die Domino-Wirkungen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone auf andere Staaten der Währungsunion vor Augen (eine Gefahr, [...]

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