Archiv flassbeck-economics | 06.02.2015 (editiert am 25.05.2016)

Unser Geldsystem XXXIII: Schulden, Schulden ohne Grenzen?

Nachdem wir in den beiden ersten Teilen (Unser Geldsystem XXXI und XXXII) geklärt haben, dass es um Nettoschuldenpositionen geht und nicht um irgendwelche Bruttoschulden von Sektoren, wie sie gerade in der sogenannten Studie von McKinsey vorkommen, wollen wir uns in Ruhe die Schuldenpositionen der Sektoren in Deutschland und in einigen anderen Ländern anschauen und versuchen zu erklären, was da in den vergangenen Jahrzehnten passiert ist.

Wichtig ist vorab klarzustellen, was die Nettoposition eines Sektors bedeutet, so wie wir sie in der Statistik vorfinden. Alle Größen, die in diesen Finanzierungsrechnungen (so nennt die Deutsche Bundesbank diese Statistik) dargestellt sind, sind sogenannte ex-post Größen. Das bedeutet, es sind die Resultate von Vorgängen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben. Vorab wissen wir immer nur, dass die sektoralen Salden, um die es hier geht, im Nachhinein bestimmten Bedingungen genügen müssen. Betrachtet man die ganze Welt, ist immer richtig, dass sich diese Salden, wie wir in den ersten Beiträgen diskutiert haben, zu Null aufaddieren, weil in der geschlossenen Wirtschaft der Welt niemand über seine Verhältnisse leben kann (also mehr einnimmt als er ausgibt), wenn nicht ein andere unter seinen Verhältnissen lebt (also weniger einnimmt als er ausgibt).

Welche Anpassungsvorgänge zu diesen Salden führen, [...]

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