Archiv flassbeck-economics | 17.02.2015 (editiert am 25.05.2016)

Unser Geldsystem XXXIV: Schulden, Schulden ohne Grenzen?

Im vorigen Teil haben wir erklärt, wie man theoretische Überlegungen und Saldenbetrachtungen vernünftigerweise zusammenbringt und warum die üblichen Versuche, die Ursache von Ungleichgewichten in der Veränderung der Kapitalströme zu suchen, zum Scheitern verurteilt sind. Ein Leser zitiert auf facebook unseren Satz: „Die Güterströme mit den Kapitalströmen erklären zu wollen, funktioniert einfach nicht: Die Geschichte wird nie plausibel.“ Und er schreibt dazu: „Hier hat es bei mir „Klick“ gemacht.“ Danke für das schöne Kompliment! In diesem Teil wollen wir anschauen, was seit den sechziger Jahren bei den Finanzierungssalden der Sektoren in Deutschland empirisch zu beobachten ist und wie das saldenmäßig und theoretisch zu deuten ist.

Die Gesamtschau von 1960 bis heute zeigt, dass es über die Jahrzehnte hinweg große Verschiebungen bei den Finanzierungssalden gegeben hat. Die Salden, die wir hier ausweisen, zeigen die vier Sektoren private Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland als Nettosparer bzw. Nettoschuldner, also als Gruppen von Wirtschaftssubjekten, die mehr einnehmen als sie ausgeben (die privaten Haushalte vor allem) und umgekehrt (früher waren das für lange Zeit die Unternehmen).

Ausgedrückt sind die Salden in Prozent des Bruttoinlandsprodukts, so dass der Effekt von Preissteigerungen verschwindet, der die Salden in absoluten Werten „aufbläst“. Die Salden der Sektoren addieren sich immer zu Null auf, [...]

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