Abwertung ist keine Lösung – Aufgelesen bei … Anton Börner

Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, hat vor einigen Tagen die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisiert, weil das Billionen-Anleihekaufprogramm den Euro schwäche. Laut Handelsblatt sagte er: „Es gibt die Problematik Währungskrieg, noch mehr Spaltung in der EU und noch mehr Unsicherheit … Irgendwann sagen die Amerikaner oder die Asiaten, jetzt reicht es uns.“ Dann drohe ein Abwertungswettlauf und damit ein Währungskrieg.

Das ist für einen Vertreter der Exportwirtschaft eine bemerkenswert weitsichtige und selten gehörte Äußerung. Die Abwertung des Euro mag von der Geldpolitik direkt gewollt sein oder als „unbeabsichtigte“ Nebenwirkung ihrer geldpolitischen Maßnahmen nur in Kauf genommen werden – auf diesen Unterschied in der Betrachtungsweise kommt es nicht an. Es kommt auf die Erkenntnis an, dass die Abwertung des Euro keine nachhaltige Lösung der europäischen Krise bewirken kann, nichts, auf das sich Investoren verlassen sollten. Irgendwann knallt es nämlich, da hat Anton Börner vollkommen recht. Er warnt vor dem „Aufputschmittel“ Unterbewertung. Je länger es angewendet wird, desto stärker werden die Wirtschaftsstrukturen in eine Richtung verzerrt, die sich eines Tages als unhaltbar herausstellt. Das Beispiel Schweiz lässt grüßen.

Was wir bisher von Seiten der deutschen Exportwirtschaft allerdings noch nicht gehört oder gelesen haben (falls wir uns irren, [...]

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