Aus gegebenem Anlass, ein Blick zurück: Sind ähnliche Lebensverhältnisse erforderlich für das Funktionieren einer Währungsunion?

Immer wieder werden wir gerade von neuen Lesern gefragt, wieso wir eine Währungsunion zwischen Ländern ganz unterschiedlicher Lebensstandards, Kapitalausstattung usw. für sinnvoll halten. Sie glauben, wie viele unserer Politiker auch, dass sich nur Länder, die etwa die gleichen Einkommensniveaus haben, mit einer Währungsunion aneinander binden können. Das ist in der Sache und in der Herangehensweise grundfalsch. Wer so denkt, schaltet sozusagen ein Nachdenken über die Ursachen der Krise und die Lösungsmöglichkeiten von vorneherein aus, weil für ihn die Existenz der Währungsunion das eigentliche Problem ist.

Ein Leser hat uns in diesem Zusammenhang auf ein Interview mit Richard Werner, einem ansonsten durchaus kritischen Ökonomen hingewiesen, der (ab Stunde 1.50) in einem youtube Audio sagt, die Europäische Währungsunion sei von vorneherein eine rein politische Idee gewesen, ökonomisch aber unsinnig. Das ist eine nicht haltbare Position, die bei vielen Ökonomen  daraus resultiert, dass sie übersehen, dass flexible (am Markt bestimmte) Wechselkurse als Alternative zu festen Wechselkursen überhaupt nicht funktionieren. Deswegen ging es für die meisten Länder in Europa niemals um feste oder flexible Wechselkurse, sondern immer nur um feste Wechselkurse mit oder ohne Währungsunion.

Wir haben in unserem Buch „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit“ von 2007 (leider nur noch antiquarisch zu kaufen) in aller Ausführlichkeit beschrieben, [...]

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