Der deutsche Konsum: Prass-Rausch oder Spar-Orgie?

Bevor wir nächste Woche unsere eigene Prognose für das Jahr 2015 veröffentlichen, möchte ich  auf eine Tatsache hinweisen, die mir im Zusammenhang mit der Diskussion im österreichischen Fernsehen am 25. Januar aufgefallen ist. Dort hatte Dirk Müller sinngemäß gesagt, die Deutschen könnten doch einfach ihr gesamtes Geldvermögen (von etwa 5 Billionen Euro) zum Einkaufen nutzen. Weil ich bei der Aussage fast vom Hocker gefallen bin, haben Leser vermutet, ich würde die Idee der Umlaufsicherung nicht kennen, wo durch einen negativen Zins dafür gesorgt wird, dass keine Ersparnisse gebildet werden, sondern der Rubel rollt (Silvio Gsell lässt grüßen).

Auf der anderen Seite warnen „Experten“, wie die Bild-Zeitung berichtet, davor, dass die Deutschen ihr ganzes Geld verprassen. Von einem „Prass-Rausch“ war die Rede und davon, dass es ohne Ersparnisse der nächsten Generation schlecht gehen werde. Experte war hier zum Beispiel Max Otte.

Was stimmt denn nun? Dazu ein kleiner Faktencheck. Der deutsche Einzelhandel hat das Jahr 2014 mit einem im Vergleich zu den Vorjahren nicht schlechten Ergebnis abgeschlossen. Wie die Graphik zeigt, ist der Umsatz des deutschen Einzelhandels real zum ersten Mal seit vielen Jahren wirklich ein klein wenig gestiegen und auch nominal geht es etwas steiler bergauf als zuvor. [...]

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