Archiv | 24.02.2015

Die FAZ über Estland und Griechenland: Die ganz alltägliche Faktenfälschung

Wenn die Wirklichkeit nicht unseren Vorurteilen entspricht, dann schreiben wir trotzdem erst einmal unsere Vorurteile hin. Nach dem Motto schreibt die Wirtschaftsredaktion der FAZ seit langem ihre Texte und man wird langsam müde, es immer wieder aufzugreifen.

Auf ein besonders krasses Beispiel von Manipulation müssen wir aber doch hinweisen. In einem Kommentar von Patrick Bernau über Estland und Griechenland hieß es vergangene Woche: „Deshalb sind die Esten so zuversichtlich. Ihre Krise war heftig, aber schnell wieder vorbei. Die Währung hat kräftig abgewertet, Importwaren wurden teurer: Das waren zwei harte Jahre, aber danach ging es wieder aufwärts. Estland trat dem Euro bei. Wenn es aufwärts geht, schöpft das Land Mut und Zuversicht.“

Eine schöne Geschichte, gedacht als Beispiel für Griechenland. Dumm ist nur, dass Estland nie abgewertet hat. Das Land hatte seit 1992 einen sogenannten currency board mit absolut festem Wechselkurs zur D-Mark zuerst und dann zum Euro und ist 2011 mit exakt dem gleichen Kurs Mitglied der Eurozone geworden (nachzulesen z.B. hier).

Wurden nicht die baltischen Länder unmittelbar nach der Krise von 2008/2009 als Vorbilder verkauft, die zeigten, wie man durch eine solche Krise kommt ohne abzuwerten? Jetzt, [...]

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