Die Schweiz braucht endlich ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell

Nach der rasanten Aufwertung des Frankens muss die Schweiz den Übergang zu einem nachhaltigen, auf der Binnennachfrage basierenden Wirtschaftsmodell organisieren. Warum ist dies dringend nötig ist, und wie kann man es anpacken?

Das Modell Schweiz, so wie wir es bis zum 15. Januar kannten, stand vor allem auf einem starken Pfeiler – dem Export der Arbeitslosigkeit durch riesige Handelsüberschüsse. Allein in den vergangenen vier Quartalen hat die Schweiz für rund 65 Milliarden Franken mehr Güter und Dienste produziert als konsumiert, das sind gut zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts. Wenn man die Wertschöpfung pro Vollzeitstelle in der Exportindustrie mit 200’000 Franken pro Jahr veranschlagt, hängen von diesen Überschüssen gut 300’000 Stellen ab. Ohne diesen vom Ausland geborgten Konsum läge die Schweizer Arbeitslosenquote tief im europäischen Mittelfeld. In einer Welt, in der nicht die Güter, sondern die Arbeitsplätze knapp sind, ist das unfair gegenüber den Handelspartnern. Fair wäre, dass jedes Land nur so auf den Weltmärkten und seinem eigenen Markt verkauft, wie es bereit und in der Lage ist, dort einzukaufen.

Doch der Export von Arbeitslosigkeit schadet nicht nur den Handelspartnern, sondern auch der Schweiz selbst. Statt mit Exportüberschüssen könnte die Schweiz wie jedes andere Land der Welt die nötigen Arbeitsplätze auch mit eigenem Konsum schaffen, [...]

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