Exkurse der Deutschen Bundesbank

Ein Gastbeitrag von Stefan Schimann, Mitarbeiter des Wifo, des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Wien:

„Die Deutsche Bundesbank beleuchtet in einem Monatsberichtsartikel vom Januar 2015 die „Rolle des Warenhandels in der Entwicklung der globalen Ungleichgewichte“. In zwei Exkursen werden die Handelsbilanz- und Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands und Chinas diskutiert. Aus verschiedenen Gründen sind beide Exkurse sehr aufschlussreich:

Die Analyse der chinesischen Leistungsbilanz (S. 20-22) vertieft geläufige Fakten. Zuerst wird gezeigt, dass sich der Überschuss in den letzten Jahren deutlich reduziert hat; von über 400 Mrd. USD im Jahr 2008 (gut 9% des BIP) auf durchschnittlich rund 200 Mrd. USD seit 2012 (rund um 2½ % des BIP). Allerdings wanderte der Warenbilanzsaldo seit 2012 wieder deutlich nach oben und dürfte 2014 den Rekordwert von 2008 übertroffen haben. Der Anstieg wird aber durch ein steigendes Defizit in der Dienstleistungsbilanz ausgeglichen, das unter anderem auf die zunehmende Reisetätigkeit der Chinesen zurückgeht. In diesem Zusammenhang nennen die Bundesbank-Ökonomen die dynamisch gestiegenen Löhne und die aufwertende Währung, die zu einem höheren Wohlstand beitragen und dafür sorgten, dass der Leistungsbilanzüberschuss in den letzten Jahren nicht wieder über die Maßen zugenommen hat.

Der Reiz des Exkurses über den deutschen Außenhandel (S. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden