Archiv | 02.02.2015

Gab und gibt es eine Alternative zur Freigabe des Schweizer Frankenkurses? – Und was sind die Lehren für Deutschland? (Teil 1)

Über die Schweizer Kapitulation in Sachen Stabilisierung des Franken haben wir berichtet und in Frage gestellt, dass es eine kluge Strategie war. Heute will ich mich der seither oft gestellten Frage widmen, ob und welche Alternativen es dazu gegeben hätte.

Eine grundsätzliche Bemerkung vorweg ist notwendig. Man kann die Handlungsmöglichkeiten einer Notenbank nicht verstehen, wenn man sie erstens wie ein normales Wirtschaftssubjekt betrachtet und zweitens an den Monetarismus glaubt. Notenbanken sind aber Wirtschaftssubjekte sui generis, die mit nichts anderem zu vergleichen sind, und der Monetarismus, das muss ich nicht mehr lange erklären, ist tot.

Notenbanken haben eine eigentümliche Bilanz. Bei ihnen steht auf der Passivseite (also der Seite, wo sonst die normalen Verbindlichkeiten stehen) das, was sie selbst herstellen, nämlich das Geld. Geld ist zwar formal die Verbindlichkeit der Zentralbank, aber sie bedient diese Verbindlichkeit immer wieder mit dem, womit man Verbindlichkeiten immer bedient, mit Geld, also mit dem, was sie selbst herstellt. Auf der Aktivseite stehen die Papiere, die sie für die Ausgabe von Geld erwirbt, also Devisen oder zinstragende Papiere, die sie von den Devisenerlösen gekauft hat.

Kauft eine Notenbank zum Beispiel sehr viel Papiergeld einer anderen Währung auf, wie es die Schweizer Nationalbank (SNB) getan hat, [...]

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