Archiv | 19.02.2015

Macht und Ohnmacht der Zentralbanken

Das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), mit dem sie und nationale Notenbanken zwischen März 2015 und Ende September 2016 monatlich Wertpapiere über 60 Mrd. Euro aufkaufen wollen und das mit „Quantitative Easing“ (QE) bezeichnet wird, hat hierzulande eine ebenso hitzige wie kontroverse Debatte über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme ausgelöst. In diesem Zusammenhang wurden einige Fragen an flassbeck-economics gerichtet, die sich sowohl auf die Darstellung der Funktionsweise der Zentralbank in den Medien als auch auf die diskutierten Folgen des QE beziehen. Zudem entwickelte sich auf der Facebook-Seite von flassbeck-economics eine Diskussion vor allem über die behaupteten Inflationsgefahren.

Insbesondere drei Fragen tauchten mehrfach auf und sollen deshalb im Folgenden kurz beantwortet werden.

  1. Druckt die Zentralbank wirklich Geld, um damit Wertpapiere zu kaufen?

In den deutschen Medien wird häufig der Eindruck erweckt, die EZB drucke nicht nur „bildlich gesprochen“ Geld, um im Rahmen ihres Kaufprogramms z.B. Staatsanleihen von Euroländern zu erwerben, sondern erzeuge zu diesem Zweck tatsächlich Papiergeld: „EZB wirft die Notenpresse an“ (dw), „die Europäische Zentralbank schmeißt die Gelddruckmaschine an“ (n-tv), „EZB wirft Notenpresse für den Frischdruck von 1 Billionen Euro an“ (tarifometer 24), [...]

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