Warum haben die Griechen über ihre Verhältnisse gelebt? – Die Monetarismusfalle

„Niemand hat die Griechen gezwungen, jahrelang über ihre Verhältnisse zu leben, oder?“

Was soll man auf diese rhetorische Frage antworten, wollen viele unserer Leser wissen. Denn wenn der Satz stimmt, was lässt sich dann gegen die folgende Argumentation noch einwenden: „Wenn die Griechen nicht gezwungen wurden, über ihre Verhältnisse zu leben, sondern das aus freien Stücken getan haben, und wenn dieses Verhalten – mit dem Ergebnis der starken Verschuldung Griechenlands im Ausland – das Hauptproblem des Landes in der Eurokrise sein sollte, dann sind die Griechen an ihrer Misere doch selbst Schuld. Und dann müssen sie eben eine Weile unter ihren Verhältnissen leben, damit sich das wieder ausgleicht. Für wen genau in Griechenland dieser Prozess schmerzhaft ist, das können die unter sich ausmachen. Aber abnehmen kann man den Griechen diesen Prozess nicht. Denn wo kämen wir hin, wenn man einem Schuldner einräumte, seine Schulden einfach nicht zu begleichen? Und wenn man einem solchen Schuldner stattdessen sogar noch Geld gäbe, das er gar nicht verdient hat, so dass er weiter über seine Verhältnisse lebt statt darunter? Dann würde es immer so weitergehen und Griechenland das Fass ohne Boden bleiben, für das es weitsichtigen Zeitgenossen ja seit Längerem gilt.“

So oder so ähnlich denken viele Deutsche und darunter viele Bundestagsabgeordnete, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden