Archiv flassbeck-economics | 05.03.2015 (editiert am 25.05.2016)

Japan, oder warum ein großes Land nicht aus der Krise kommt (Teil 1)

Im Zusammenhang mit dem Beitrag von vergangener Woche zur Verschuldungssituation in Japan (innerhalb der Geldserie) hat sich gezeigt, dass man das Land und seine fast tragische Entwicklung kaum verstehen kann, wenn man sich nicht die Veränderungen ansieht, denen diese Volkswirtschaft im Zuge von gewaltigen Währungsverschiebungen ausgesetzt war. So kann man vielleicht auch besser erkennen, woher der große Druck auf die Löhne kam, der zur langanhaltenden Deflation führte. Auch zuletzt ist Japan wieder in die Deflation zurückgefallen. Wir wollen noch einmal einen Erklärungsversuch dazu machen, der über das hinausgeht, was wir im Dezember bereits in dieser Hinsicht geschrieben haben.

Wir beginnen in den 80er Jahren und betrachten immer die Phase von 1980 bis 1991 getrennt von der Phase von 1991 bis heute, weil in Japan der große Bruch um das Jahr 1990 herum begann, wie das vorige Woche erklärt wurde. Japan war in den 80er Jahren noch der Star unter den Industrieländern mit einem Produktivitätszuwachs, der alle anderen bei weitem in den Schatten stellte (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1

Abb 1 Produktivität 80ff J D USA GB

Die westdeutsche Produktivitätsentwicklung war auch schon damals nicht umwerfend, was Westdeutschland zum Schlusslicht unter diesen Ländern machte. [...]

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