Archiv flassbeck-economics | 05.03.2015 (editiert am 25.05.2016)

Japan, oder warum ein großes Land nicht aus der Krise kommt (Teil 2)

Fortsetzung von Teil 1:

Vergleicht man den Verlauf von Reallöhnen und Produktivität in beiden Ländern (Abbildung 1und 2), zeigt sich, dass seit Mitte der 90er Jahre in beiden Ländern von der Lohnseite her die Voraussetzungen für einen kräftigen und nachhaltigen Aufschwung im Zeitablauf immer weniger gegeben waren: Es fand zwar in beiden hier dargestellten Zeiträumen ein anhaltende Entkoppelung von Produktivitäts- und Reallohnentwicklung statt. In den 80er Jahren aber ging sie nie einher mit einer kompletten Stagnation oder gar einem Rückgang der Reallöhne. Das änderte sich ab Mitte der 90er Jahre. Weit mehr als zehn Jahre lang stagnierten die japanischen Reallöhne. In Deutschland geschah das ungefähr zwischen dem Jahr 2000 und 2009.

Abbildung 1

Abb 1 Teil 2 Reallöhne 80ff

Abbildung 2

Abb 2 Teil 2 Reallöhne Prod 91ff

Erst seit der globalen Finanzkrise von 2008/2009 konnten die Reallöhne in beiden Ländern wieder zulegen. Dass der über die Jahre aufgelaufene Abstand zwischen dem Produktivitätsniveau und dem Reallohn in Deutschland vor der Finanzkrise größer war (über 10 Prozentpunkte) als heute (ca. 5 Prozentpunkte), wird hierzulande geradezu als Entgegenkommen der Arbeitgeberseite in den Lohnverhandlungen dargestellt, keinesfalls aber als ein mühsames und bei weitem nicht vollendetes Aufholen der Arbeitnehmerseite, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden