Die Jauch-Show: Die Löhne um 25 Prozent zu senken, ist keine „Reform“ – oder?

Ich habe schon wieder den großen Fehler gemacht, eine Talkshow anzuschauen. Weil Yanis Varoufakis angesagt war, habe ich mir das gestern Abend teilweise angetan. Über den Großteil dieser „Show“ sollte man eigentlich nachträglich kein Wort verlieren. Auch Varoufakis hatte sich wohl nur vorgenommen, als der nette Nachbar rüberzukommen und sagte nichts von Belang.

Interessant an dieser Sendung wie an vielen anderen dieser Art vorher war allerdings, dass das Eigentliche, worum es bei einer ernsthaften Diskussion gehen müsste, nämlich die Frage, welche „Reformen“ in den vergangenen fünf Jahren unter der Fuchtel der Troika schon gemacht wurden und was diese „Reformen“ gebracht haben, nicht ein einziges Mal auch nur erwähnt wurde.

Hat das Methode oder ist es wieder nur schiere Ignoranz? Das untenstehende Bild zeigt das Ergebnis der wichtigsten Reformen. Beginnend mit 2010 sind in Griechenland die Reallöhne pro Stunde in Euro auf der rechten Skala (einmal mit Verbraucherpreisen, einmal mit Produzentenpreisen gerechnet) aufgezeichnet, auf der linken Skala befindet sich die Arbeitslosigkeit. Die wichtigste Forderung an Griechenland von Seiten Deutschlands war doch immer, wettbewerbsfähig zu werden. Folglich wurde von der Troika enormer Druck auf die Löhne ausgeübt. Der führte schließlich zu einem absoluten Sinken der Reallöhne. Sie sanken von 15,50 Euro auf 12,7 Euro aus Verbrauchersicht (das sind über 22 Prozent) und um über 30 Prozent aus Produzentensicht. [...]

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