Archiv flassbeck-economics | 18.03.2015 (editiert am 25.05.2016)

Die unverstandene Welt der Banken (Teil 1)

Vor einigen Wochen hat ein Beitrag über die Macht der Zentralbanken und die Grenzen ihrer Macht zu einer Diskussion auf der Facebook-Seite von flassbeck-economics geführt. Gleichzeitig erhielten wir von unseren Lesern eine Reihe von Fragen, die sich auf die Funktionsweise des Bankensystems allgemein und speziell auf die Darlehensvergabe durch Geschäftsbanken bezogen.

Die Frage, der in diesem Beitrag nachgegangen werden soll, ist, woher die Banken das Geld, das sie an einen Darlehensnehmer verleihen, erhalten haben.

Auf diese Frage werden im Wesentlichen drei unterschiedliche Antworten gegeben:

1. Die Banken erhalten das Geld in Form von Einlagen von Haushalten und geben es dann an die Darlehensnehmer weiter (so äußert sich z.B. der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Georg Fahrenschon in einem Interview des Deutschlandfunks).

2. Die Banken erhalten das Geld letztlich von der Zentralbank. Die Darlehensvergabe ist damit abhängig davon, dass die Zentralbank die Geschäftsbanken refinanziert.

3. Die Darlehensvergabe setzt nicht voraus, dass Banken vorab über Geld verfügen, vielmehr wird im Prozess der Darlehensvergabe Geld geschaffen.

Im Folgenden soll untersucht werden, welche dieser drei Thesen für ein modernes Bankensystem zutrifft. Es wird argumentiert, dass (3) die korrekte Theorie der gegenwärtigen Darlehensvergabe durch Banken darstellt. [...]

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