Archiv flassbeck-economics | 19.03.2015 (editiert am 25.05.2016)

Die unverstandene Welt der Banken (Teil 2)

Dies ist die Fortsetzung zu Teil 1 des Artikels.

  1. Refinanzierung durch die Zentralbank

An dieser Stelle mag man einwenden, dass die bisherige Darstellung die Notwendigkeit einer Refinanzierung durch die Zentralbank unterschlagen hat. Zwar sei richtig, dass Banken keine Einlagen brauchten, um Darlehen zu vergeben, aber Banken benötigten für die Darlehensvergabe notwendigerweise Geld von der Zentralbank. Damit sind wir bei These (2).

Die vorangegangene Darstellung, so könnte die Kritik lauten, unterschlägt (a) die gesetzlichen Mindestreserveverpflichtungen von Banken und (b) den Zahlungsausgleich zwischen den Banken.

Punkt (a) verpflichtet Banken, jedes Darlehen mit einer bestimmten Menge von Reserven zu unterlegen. Beträgt der gesetzliche Mindestreservesatz z.B. 100 Prozent, dann muss sich die Bank für die Vergabe eines Darlehens in Höhe von €2000 selbst bei der Zentralbank mit €2000 verschulden. In diesem Sinne kann man sagen, dass das Geld, das eine Bank an einen Darlehensnehmer ausreicht, letztlich von der Zentralbank kommt. Wenn die Mindestreserveverpflichtungen aber kleiner als 100 Prozent sind, dann lässt sich nur noch mit Berechtigung sagen, dass der entsprechende Prozentsatz von der Zentralbank kommt. Für den verbliebenen Rest gilt weiterhin, dass Banken mit der Darlehensvergabe Geld geschaffen haben. [...]

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