EWU Inflation bei 4,4 Prozent!!!???

Wir werden jetzt jeden Monat melden, um wie viel die europäische Inflationsrate vom Inflationsziel abweicht.

Wir werden aber, um die Aufmerksamkeit auch solcher Leser zu erreichen, für die Deflation ein Buch mit sieben Siegeln ist, die Abweichung immer nach oben auf das Inflationsziel aufschlagen. Da im Januar die Preise um 0,6 Prozent gefallen sind, ist das eine Abweichung von 2,5 Prozentpunkten (bei einem Inflationsziel von 1,9 Prozent oder knapp unter zwei Prozent, wie es von der EZB gesetzt wurde) und entspricht folglich einer Inflationsrate von 4,4 Prozent.

Man stelle sich vor, was in Deutschland los wäre, läge die Inflation tatsächlich bei 4,4 Prozent. Der jederzeitige und plötzliche Weltuntergang würde an die Wand gemalt und die Mainstream-Ökonomen würden Kopf stehen. Jetzt ergehen sich immer mehr Mainstream-Ökonomen in der Forderung nach einem geringeren Inflationsziel.

Man fragt sich, warum diesen Ökonomen das nicht schon in den 30 Jahren vor der Europäischen Währungsunion eingefallen ist, in denen die Deutsche Bundesbank Macht über die Währung hatte und immer ein ähnliches Ziel hochhielt. Ja, das Ziel der EZB ist – gegen Widerstand mancher Länder – direkt von der Deutschen Bundesbank übernommen worden und sollte den Stabilitätsgeist dieser in Deutschland über alles geachteten Institution auf die europäische Nachfolgeorganisation übertragen. Wenn man dieses Ziel jetzt schlicht missachtet und schlechtredet, weil es kurzfristigem nationalen Interesse zu entsprechen scheint, bestätigt man das Bild des hässlichen Deutschen, das ohnehin schon in vielen europäischen Köpfen verankert ist.

Anmelden