Helikoptergeld – oder wer über das Kuckucksnest fliegt

Norbert Häring, den ich sehr schätze, hat auf seinem Blog (hier) die Position von Friederike Spiecker und mir zum sogenannten Helikoptergeld kritisiert (hier, im Abonnement). Ich will in aller Freundschaft darauf antworten, denn er ist eine kritische Stimme, die es zu hören bzw. zu lesen lohnt.

Von vornherein will ich mich auf den Kern der Debatte konzentrieren, weil alle Einzelstellen-Kritik und Seiteneinwürfe nicht wirklich zum Verständnis der monetären Grundsatzfragen beitragen und für unsere Leser ermüdend sind. Im Kern geht es darum, ob Helikoptergeld eine realistische Alternative zu den heutigen Rettungsversuchen in der EWU ist oder nicht. Dazu will ich eine einfache und wahre Geschichte erzählen.

Vor einigen Jahren organisierte ich bei der UNCTAD ein Expertentreffen über Möglichkeiten der Makropolitik (bzw. einer alternativen Makropolitik) in den Entwicklungsländern und lud dazu eine Reihe progressiver Ökonomen ein (Erik Reinert war da und John Weeks, um nur zwei zu nennen). Die sollten den Entwicklungsländervertretern (also den Genfer Diplomaten und Regierungsbeamten aus den Ländern) erklären, was man jenseits der Empfehlungen des IWF und der Weltbank (also jenseits des sogenannten Washington Consensus) alles machen könnte, wenn man wirtschaftspolitisch aufgeklärt und souverän genug wäre, um es umzusetzen. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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