Staatsfunk gegen Heiner Flassbeck

Ein Leser macht mich auf eine halbstündige Sendung des Bayrischen Rundfunks (Jazz und Politik in BR 2) aufmerksam (danke dafür!), in der das neue Buch und meine Thesen zur Eurokrise besprochen werden. In seinem Betreff stand der Titel, den ich diesem Artikel gegeben habe, weil das ziemlich treffend ist.

Es lohnt dennoch vielleicht, einmal hineinzuhören, weil die zu erwartende Kritik, die vom Moderator und einigen anderen an den Thesen des Buches geäußert wird, weit weniger holzhammerhaft (oder sollte ich sagen bierseidelhaft) daherkommt, als man es vom Bayrischen Rundfunk erwarten könnte. Man spürt an vielen Stellen, dass auch die Autoren in ihrem Glauben erschüttert sind, dass die offizielle deutsche Position, die der BR per Saldo sicher vertreten muss (oder?), so hundertprozentig richtig ist.

Der eigentliche Kommentar (von Frank Müller) zu dem Buch ist schwach, weil er alles Wichtige durcheinander wirft. Nur ein Punkt: Dass die deutsche Lohnzurückhaltung nicht von ungefähr kommt, bestreitet niemand, aber selbst wenn das so ist, können doch die Auswirkungen einer solchen Politik verheerend für die Nachbarn sein. Das gute Motiv begründet doch nicht die gute Wirkung einer Maßnahme.

Dass jemand schreibt, Deutschland wurde zur Wachstumslokomotive und hat geholfen, die Staatsschuldenkrise im Zaum zu halten, muss man hier eigentlich nicht mehr kommentieren. Zur Wachstumslokomotive kann man auch den heutigen Beitrag zum TTIP lesen.

Aber man kann und muss nicht bestreiten, dass Deutschland geholfen hat, die Krise (die allerdings niemals eine Staatsschuldenkrise war) im Zaum zu halten. „Wir, die wir beispielhaft wirtschaften“ wie es in dem Stück heißt, können nicht verstehen, dass andere (wie es allerdings in einem durchaus kritischen Kommentar zur deutschen Politik gesagt wurde) „unsere ausgestreckte Hand ausschlagen, wir wollen doch nur helfen“.

Dazu passt sehr gut ein Vortrag, den ich 2010 beim Momentum-Kongress in Hallstatt (Österreich) über Solidarität und die helfende Hand gehalten habe. Vielleicht wollen sie auch da einmal hineinhören.

 

 

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