TTIP und das Wechselkursschwert

Manche Dinge brauchen lange, bevor sich zeigt, dass sie unsinnig sind und niemals so eintreten werden, wie die meisten es erwartet haben. Bei anderen geht es sehr schnell. Zu Letzteren gehört TTIP, das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa, also der Versuch, einen transatlantischen Binnenmarkt zu schaffen.

In meiner Studie für die FES habe ich im Dezember 2014 geschrieben (ein Link findet sich hier; die hier zitierten Textpassagen sind mit aktualisierten Grafiken versehen; auch deren Nummerierung wurde angepasst, ohne dass das als Abweichung vom Original jeweils einzeln kenntlich gemacht wurde):

„Der gesamte Freihandelsgedanke basiert darauf, dass sich die Preise bei allen Handelspartnern nach genau den gleichen Marktregeln bilden. Das heißt auch, dass das Freihandelsdogma unterstellt, dass in allen Ländern am Arbeitsmarkt Bedingungen eines vollkommenen Wettbewerbs herrschen, also die Festlegung der Löhne entsprechend der relativen Knappheit von Arbeit und Kapital erfolgt. Für ein Land mit geringer Kapitalausstattung bedeutet das, dass die Löhne relativ niedrig sind, weil die geringe Kapitalausstattung nur eine geringe Produktivität erlaubt. Auf diese Weise entsprechen in allen Ländern die Löhne der Produktivität. Das gilt auf jeden Fall für die realen Löhne.

Geht in Systemen mit nationalen Währungen und flexiblen (überhaupt änderbaren) Wechselkursen die nominale Entlohnung in einem Land über die reale Entlohnung und damit die Produktivität weit hinaus, [...]

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