Der Mindestlohn oder die Angst vor der Wahrheit

Dieser Artikel war schon erschienen, war aber zwischenzeitlich auf geheimnisvolle Weise verschwunden. Er ist jetzt wiederhergestellt.

Ein Leser schreibt uns, dass die Stadt Seattle an der Westküste der USA gerade beschlossen hat, die Mindestlöhne in mehreren Schritten auf 15 US-Dollar anzuheben (hier ein Link dazu). Immer mehr Städte und Staaten in den USA beginnen zu begreifen, dass es ohne solche massiven staatlichen Eingriffe in den Arbeitsmarkt nicht geht, wenn man die gesellschaftlichen Kräfte nicht noch weiter auseinanderdriften lassen will.

Immer mehr Ökonomen beginnen zu begreifen, dass das alte Modell des neoklassischen Arbeitsmarktes – also das des Kartoffelmarktes – auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Paul Krugman hat dazu gerade einen sehr interessanten Artikel geschrieben (hier in deutscher Übersetzung auf den Nachdenkseiten). Krugman fragt tatsächlich, ob an diesem Markt nicht wie überall sonst einfach das Gesetz von Angebot und Nachfrage herrsche, das man respektieren müsse. Und er verweist auf die empirische Evidenz, die zeige, dass Mindestlöhne die Jobs nicht knapper, sondern besser machen.

Schließlich fragt er sich quasi selbst, wie das möglich ist. Seine Antwort auf diese entscheidende Frage ist allerdings immer noch halbherzig. Er sagt zwar, [...]

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