Europäische Konjunktur: Alle reden vom Aufschwung, wir nicht (Teil 2)

In diesem zweiten Teil wollen wir die Bauwirtschaft und den Einzelhandel anschauen, dazu die Preis- und die Arbeitslosigkeitsentwicklung. Schließlich wollen wir fragen, wieso die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute öffentliches Geld für ihre halbjährlichen Gutachten bekommen.

In der Bauwirtschaft, die neben der Industrie das zweite wichtige Standbein der konjunkturell sensiblen Sektoren ist, gibt es für die EWU insgesamt eine leichte Aufwärtsbewegung, aber die ist noch so schwach, dass man auch hier nicht von einer Wende reden kann (Bild 1).

Bild 1

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In Deutschland bleibt es bei der Stagnation, die schon seit 2011 zu beobachten ist. Dramatisch wird die Situation allmählich in Frankreich, wo die Bauproduktion regelrecht einbricht. Dort gibt es jetzt seit 2008 eine fast kontinuierliche Baurezession, obwohl es dort keine Bauspekulationsblase wie etwa in Spanien vor der globalen Finanzkrise gegeben hat. Dass selbst niedrigste Zinsen es nicht vermögen, eine solche Entwicklung umzukehren, zeigt, wie fundamental falsch die von Deutschland verordnete Austeritätspolitik ist.

Auch Italien bleibt am Bau auf Rezessionskurs (Bild 2). Hier gab es nicht die Spur einer Spekulationsblase, aber die Bauwirtschaft des Landes ist wie die französische auf langjähriger Talfahrt. Das Land, wo es am deutlichsten zu einer Korrektur gekommen ist, [...]

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