Griechenland-Bashing 2.0 – wieder wird manipuliert, allerdings ein wenig feiner

Das deutsche Griechenland-Bashing geht in die zweite Runde. War die erste Runde nur primitiv und hetzerisch nach dem Motto „Griechenland hat nichts getan, um seine Lage zu verbessern“, haben einige Journalisten jetzt doch gemerkt, dass man bei dem aufgeklärten und an Aufklärung interessierten Teil der deutschen Bevölkerung gar nicht gut ankommt, wenn man immer nur auf das kleine Griechenland einschlägt.

Außerdem ist den intelligenteren konservativen Kreisen in Deutschland aufgegangen, dass sich der Großteil ihrer Beschimpfungen und Fehldarstellungen auf die früheren konservativen oder sozialdemokratischen Regierungen bezieht, also SYRIZA gar nicht treffen kann. Hinzu kommt, dass sie merken, so wie wir das einige Male dargestellt haben, dass der große Einbruch in Griechenland unter der Ägide der Troika stattgefunden hat. Dadurch sehen sie die Gefahr, dass bei der ganzen Aktion die von Deutschland diktierte Sparpolitik gar nicht gut wegkommt.

Folglich geht man dazu über, die früheren Regierungen in Schutz zu nehmen, die „Erfolge“ der Sparmaßnahmen herauszustreichen und – wie schon im Falle Spaniens und Portugals – eine schon in Gang befindliche Erholung zu beschwören. Dabei kommt dann der Regierungswechsel in Griechenland gerade recht, weil man mit dem Lob der Ergebnisse der Austeritätspolitik zugleich eine vernichtende Kritik an SYRIZA verbinden kann. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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