Archiv flassbeck-economics | 15.05.2015 (editiert am 25.05.2016)

Europäische Konjunktur: Kein Ende der Stagnation, Teil 1

Die konjunkturelle Lage in Europa hat sich auch im März nicht durchgreifend verbessert. Zwar meldet Eurostat eine Zunahme des (saisonbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die EWU insgesamt von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, aber das hat in Wirklichkeit kaum Bedeutung. Erstens sind diese Raten noch sehr unvollständig und korrekturanfällig, und zweitens bedeutet eine Rate von 0,4 Prozent ausgehend von einem niedrigen Niveau ja nicht einen konjunkturellen Durchbruch oder die Stabilisierung eines Trends nach oben , sondern es ist eine Momentaufnahme, die sich schon im nächsten Quartal wieder gedreht haben kann. Die wirtschaftliche Lage hat sich nach den konjunkturellen Indikatoren, die jetzt für März vorliegen (sofern hier nichts anderes angegeben wird), nicht durchgreifend verbessert.

Schauen wir zunächst nach Deutschland. Der ifo-Index ist im April zwar wieder leicht nach oben gegangen, hat aber auch damit das Niveau von Anfang 2014 noch nicht wieder erreicht (Abbildung 1). Der Auftragseingang in der Industrie hatte die Talfahrt des ifo vom vergangenen Herbst so wenig mitgemacht wie den darauffolgenden Aufschwung. Inzwischen liegen beide wieder sehr nahe beieinander und signalisieren Stagnation seit Ende 2013, oder aber, nimmt man die Schwächephase vorher noch dazu, sogar seit 2011.

Abbildung 1

Bild1

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie, [...]

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