Archiv | 29.05.2015 (editiert am 25.05.2016)

Österreich: Der abgehängte Musterschüler, Teil 2

Wir haben im ersten Teil gezeigt, in welcher Hinsicht sich Österreich und Belgien von Deutschland in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung unterscheiden. Unbestreitbar ist, dass auch sie Opfer des deutschen Lohndumpings geworden sind, während sie selbst versucht haben, einen gangbaren Weg bei der Lohnentwicklung zu finden, der weniger einschneidend auf Lohnmoderation setzte als in Deutschland.

Die Tatsache, dass diese Länder beim Export so weit hinter Deutschland zurückgefallen sind, lässt sich leicht erklären. Ihre Lohnentwicklung war, insbesondere in Österreich, zwar moderat, hat aber nicht verhindert, dass sie gegenüber Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben (Abbildung 6).

Abbildung 6

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Bei den Lohnstückkosten ist, vor allem bis zum Jahr 2007, eine Lücke zu Deutschland entstanden, die sich seitdem nicht mehr geschlossen hat. Schaut man etwas weiter zurück (Abbildung 7; man beachte die geänderte Skalierung), zeigt sich, dass diese beiden Länder in den Jahren zuvor, also von 1990 bis 2000), ganz eng die deutsche Entwicklung nachgezeichnet hatten (die Unterscheidung in nationale und internationale Währung ist in den Jahren vor der Währungsunion irrelevant, da beide Länder ihre Austauschrelationen zur D-Mark in diesem Zeitraum nicht geändert haben).

Abbildung 7

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Die erheblichen Unterschiede in der Entwicklung der Lohnstückkosten seit Beginn der EWU haben klare Spuren in den Leistungsbilanzen hinterlassen (Abbildung 8). [...]

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