Archiv | 19.05.2015

Zur Phoenix-Runde: „Die Grausamkeit empört, aber die Dummheit entmutigt.“

Dieses Zitat aus Albert Camus‘ Stück „Der Belagerungszustand“ schickte uns ein Leser in Reaktion auf die Phoenix-Runde „Die Uhr tickt“ letzte Woche zu (vielen Dank an dieser Stelle dafür!). Neben vielem Kopfschütteln über die fachliche Niveaulosigkeit der Diskussion wurde in den Rückmeldungen unserer Leser bzw. von Zuschauern der Sendung vor allem Klärungsbedarf geäußert, wie das Argument einzuschätzen sei, Griechenland konkurriere dank vollkommen anderer Produktpalette auf den internationalen Märkten gar nicht mit Deutschland und daher helfe ein Vergleich der deutschen mit der griechischen Wettbewerbsfähigkeit bei der Ursachensuche und erst recht bei der Lösung der Eurokrise nicht weiter. Griechenland habe in seinen Produktbereichen wettbewerbsfähig zu sein und das hänge nun mal nicht mit Deutschland und deutschen Exporten zusammen.

Was ist dran an dieser Auffassung, die ja landauf landab von den verschiedensten Leuten vertreten wird – angefangen von deutscher Unternehmerseite über die meisten Politiker und Ökonomen bis hin zu führenden Gewerkschaftern aus dem Bereich der Exportwirtschaft? Ich will zur Klärung ein zugespitztes Beispiel wählen. Wenn ein Land A hauptsächlich Autos exportiert und ein Land B hauptsächlich pharmazeutische Produkte, dann, so die weit verbreitete Vorstellung, konkurrierten diese beiden Länder gar nicht miteinander, weil sie auf völlig unterschiedlichen Märkten auftreten. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitisch relevante Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden