Archiv flassbeck-economics | 03.06.2015 (editiert am 25.05.2016)

Christine Lagarde und der Grexit

Es ist ja schon lange nicht mehr so, dass Exekutivdirektoren des IWF etwas von der Sache verstehen müssen, wofür sie verantwortlich sind. Ein besonders krasses Beispiel liefert jetzt aber Christine Lagarde, frühere Finanzministerin Frankreichs und Rechtsanwältin. Sie sprach in einem Interview mit der FAZ davon, der Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion (EWU) sei eine Möglichkeit („a potential“, wie sie wohl ursprünglich in Englisch sagte, was sie dann aber in der autorisierten deutschen Fassung dahingehend korrigierte, dass sie den Austritt nicht mehr ausschloss.)

Wir werden noch manches zum Umgang der Europäer und der „Institutionen“ mit Griechenland zu sagen haben, weil sich hier eine „Einigung“ abzeichnet, die so oder so dramatische Folgen für Europa haben dürfte. Aber diese naive Grexit-Äußerung aus der Mitte der Troika soll schon jetzt kommentiert werden, weil man sie nicht einfach so stehen lassen kann.

Der Austritt eines Landes aus der EWU, ganz gleich zu welchen Bedingungen, würde auf jeden Fall gravierende Folgen für die Union haben, denn die Fiktion der Irreversibilität eines Beitritts wäre dann endgültig aufgehoben. Man sollte nicht vergessen: Mit dem Hinweis auf die Irreversibilität der Währungsunion hat Mario Draghi einst seine Bereitschaft verbunden, „whatever it takes“ (alles, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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