Archiv | 10.06.2015

„Deutschland-Bashing ist unredlich“ – Da sträuben sich mir die Haare, lieber Thomas Straubhaar

Thomas Straubhaar, der unermüdliche Kämpfer für die Marktwirtschaft, hat sich – wie einige andere Schweizer – über ein Interview, das ich Finanz und Wirtschaft gegeben habe, offenbar geärgert. Er sagt in einem Artikel dort, ich betriebe „Deutschland-Bashing“ und das sei „unredlich“.

Sein Kritikpunkt ist, dass ich unterstelle, Länder als solche agierten wirtschaftlich anstatt die einzelnen Unternehmen eines Landes. Er sagt also, für die deutschen „Erfolge“ seien die deutschen Unternehmen verantwortlich, nicht aber in irgendeiner Weise das Land oder der Staat. Dieser Punkt ist schon erstaunlich in einer Welt, wo dauernd genau das getan wird, was ich getan habe, nämlich dass Deutschland als Land wie ein Akteur gesehen und vom ökonomischen Mainstream gefeiert wird. Heißt es nicht, die Rot-Grüne Regierung habe in den ersten Jahren des Jahrhunderts den Durchbruch für Deutschland auf die Schiene gebracht? Hat man gehört, dass Thomas Straubhaar Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder oder den heutigen Außenminister dafür kritisiert, dass sie sich den „deutschen Erfolg“ auf die eigene Fahne schreiben?

Selbstverständlich gibt es nicht einen Akteur namens Deutschland, sondern das, was in der Statistik unter „Deutschland“ zusammengefasst an wirtschaftlicher Aktivität auftaucht, besteht aus den wirtschaftlichen Aktivitäten vieler Millionen Menschen. Aber natürlich gibt es auch Gesetze und Vorschriften, [...]

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