Archiv flassbeck-economics | 23.06.2015 (editiert am 25.05.2016)

Die europäische Konjunktur im April – Teil 1

Die europäische Wirtschaft hat auch im April 2015 keine neuen Impulse bekommen. Zwar gibt es in einigen Ländern eine leichte Aufwärtsbewegung, von einem Durchbruch in Sachen Aufschwung und Erholung kann allerdings überhaupt nicht die Rede sein.

In Deutschland, wo die Medien ja regelmäßig zu maßloser Übertreibung neigen, wenn es um die Konjunktur geht (hier ein besonders schlimmes Beispiel), hat sich auch nur sehr wenig verändert. Von einem Aufschwung zu sprechen, ist schon gewagt bei einer konjunkturellen Entwicklung, die nur etwas besser ist als Stagnation.

Man muss auch zur Kenntnis nehmen, dass die einzige europäische Hoffnung, das Ausland, auf tönernen Füßen steht. Zwar ist der Euro immer noch schwach, doch die Wachstumsaussichten für eine Reihe von Ländern haben sich erheblich eingetrübt. Insbesondere die Schwellenländer inklusive Chinas wachsen weit weniger stark als zuvor oder gehen sogar, wie Brasilien, Richtung Rezession. Auch in den USA ist der Aufschwung weniger robust als gedacht, und Osteuropa hat zu einem erheblichen Teil große Probleme. Die verbreitete naive Auffassung, Europa müsse sich nur den „globalen Herausforderungen“ stellen und schon seien seine Probleme gelöst, erweist sich als das entscheidende Hindernis für eine Wirtschaftspolitik, die sich daran macht, einen wirklichen Ausweg aus der europäischen Stagnations-Deflationsfalle zu finden. [...]

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