Emergency Liquidity Assistance von der EZB – wie das Schwarze-Peter-Spiel funktioniert

ELA heißt Emergency Liquidity Assistance und wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) solchen nationalen Zentralbanken gewährt, die sich außergewöhnlichen Umständen gegenübersehen. Das gilt derzeit für Griechenland. Die griechischen Bürger heben vermehrt ihre Guthaben ab und horten sie vermutlich unter der Matratze, um einer „Beteiligung der Gläubiger der Banken“ wie im Fall von Zypern oder der Entwertung ihrer Guthaben im Falle eines Austritts Griechenlands aus der EWU zu entgehen.

Wenn ein solcher Bankrun passiert, muss in jedem Land der Welt in der Tat die Notenbank einspringen und Liquiditätshilfe geben. Man stelle sich einmal vor, in Deutschland hätten es Hacker geschafft, die Kreditkartendaten aller Kunden zweier großer privater Banken zu ergattern. Daraufhin gingen viele Bürger und kleine Unternehmen aus Angst vor Betrug im Internet dazu über, ihre täglichen Transaktionen lieber wieder über Bargeld abzuwickeln als über Kreditkarten, und fragten entsprechend vermehrt Bargeld nach. Auch dann müsste die Notenbank den privaten Banken Liquidität zur Verfügung stellen, damit diese den erhöhten Bargeldbedarf ihrer Kunden decken könnten.

Denn dass die Banken die Guthaben ihrer Kunden nicht in Bar vorhalten, ist klar. Z.B. wird einer Arbeitskraft der Lohn von Seiten ihres Arbeitgebers auf ihr Konto überweisen, ohne dass dabei in aller Regel irgendein Geldschein auftaucht. [...]

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